Historie

Die Entstehung und der Werdegang von 1927 bis heute.

 

1927 Das Gründungsjahr

Vor der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1927 hat es schon so etwas ähnliches wie eine Pflichtfeuerwehr gegeben, in der alle am Ort anwesenden Männer über 18 Jahre zum Brandeinsatz verpflichtet waren. Das erste Feuerwehrhaus, erbaut um 1900, wurde früher Spritzenhaus genannt und bestand schon vor der offiziellen Gründung. Dort untergestellt war eine Handdruckspritze die von 8 kräftigen Männern bedient werden musste. Einfachste Geräte zur Wasserförderung, wie zum Beispiel Ledereimer waren ebenfalls bei dieser Spritze vorhanden. Im gleichen Gebäude befand sich eine Arrestzelle.
Doch die Freiwillige Feuerwehr in Etteln wurde auf Anordnung des damaligen Amtsdirektors im Frühjahr 1927 gegründet. Im Rahmen einer Bürgerversammlung im Gasthof Tölle konnten sich Männer im Mindestalter von 18 Jahren zum freiwilligen Dienst in der Feuerwehr melden. Dreißig Dorfbewohner meldeten sich spontan zu diesem Dienst bereit. Es wurde eine Satzung erstellt und im April 1927 fand die Gründungsversammlung statt.

Zum Kommandeur wurde der Schmiedemeister Josef Beine sen., geb. 31.05.1895, gewählt. Zum Schrift- und  Kassenführer wurde der Geschäftsmann und Kassenrendant Franz Bode gewählt.
Erste Anschaffungen waren:

1 Steigleiter

Ledereimer

Feuerwehrschläuche aus Hanfgewebe

Als Unterkunft diente das vorhandene Spritzenhaus. Mit der ersten Baumaßnahme wurde ein Schlauchtrockenturm errichtet.
Dieser Turm diente in erster Linie zur Trocknung der empfindlichen Hanfschläuche. Gelegentlich wurden aber auch Übungen zum Abseilen von Personen und Gerät durchgeführt.

Im Jahre 1938 löste der Zimmermeister Liborius Osterholz den bisherigen Kommandanten ab. Er leitete die Feuerwehr bis zum Kriegsende 1945.
Nach Kriegsende wurde der Zimmermeister Karl Droll zum neuen Wehrführer gewählt.

Aus Wehrmachtsbeständen konnte eine TS 8/8 (Flughafen – Einheitsspritze DKW) französischer Bauart aus den letzten Kriegsjahren beschafft werden.
Ein sehr unzuverlässiger 2 Takt Motor sorgte für den Antrieb. Dieses Gerät mit indirekter Wasserkühlung war zwar schon sehr leistungsfähig, stellte jedoch an den Maschinisten hohe Ansprüche bei Handhabung und Betrieb. Die Pumpenleistung betrug ca. 1000 Liter Wasser pro Minute. Bei einigen größeren Bränden konnte die Pumpe mit Erfolg eingesetzt werden. Voraussetzung war allerdings die richtige Handhabung, um sie in Betrieb zu setzen. In den ersten Nachkriegsjahren wurde zum besseren Transport dieser Pumpe eine Transportkarre mit einer Achse in Eigenleistung gebaut.

Federführend war hier der ortsansässige Schmiedemeister Josef Beine. Die Karre war offen und nahm alle Armaturen zur Wasserentnahme auf. Zur Beförderung der Feuerwehrschläuche diente ein einachsiger Handkarren mit Eisenbereifung.

1958 hatte die erste Motorspritze ausgedient und es wurde eine neue TS 8/8 beschafft. Diese Pumpe wurde von einem VW Boxermotor angetrieben.

 

1959 Das erste Löschfahrzeug

Im Jahre 1959 bekam die freiwillige Feuerwehr Etteln das erste Löschfahrzeug.

Ein neues TSF/T (Tragkraftspritzenfahrzeug mit Truppbesatzung)

Truppbesatzung = 1 Maschinist + 2 Feuerwehrleute
Fahrzeugtyp:  VW Bulli, 30 PS Boxermotor.
Ausgerüstet wurde das Fahrzeug mit der bereits vorhandenen TS 8/8.

 

Diese neuen Errungenschaften waren für die damalige Zeit ein Großereignis, auf die alle Kameraden sehr stolz waren. Das erste Feuerwehrhaus war mittlerweile schon in die Jahre gekommen. Der Schlauchtrockenturm am Gerätehaus war altersschwach und wurde 1959 abgerissen. Durch die mangelhafte Bausubstanz litten die eingelagerten Geräte.

 

Um neueren Anforderungen zu genügen wurde 1959-60 neben der neu erbauten Gemeindehalle ein Feuerwehrgerätehaus mit zwei Einstellplätzen und einem Treibstoffraum gebaut. Jetzt hatte die Freiwillige Feuerwehr Etteln eine vernünftige Unterkunft und konnte Ihr Gerät entsprechend pflegen.

 

Von 1954 bis 1975 leitete der Oberbrandmeister Ferdinand Lüttig die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr Etteln.

 

Am 16.Juli 1965 brach die große Flutkatastrophe über Etteln herein. 6 Menschen fanden hierbei den Tod. Viele Tiere kamen in den Fluten um. Mehrere Familien verloren Ihr Hab und Gut und der ganze Ort wurde sehr stark verwüstet.

 

Im Jahre 1968  bekam die Feuerwehr Etteln ein Katastrophenschutzfahrzeug als Vorauslöschfahrzeug -VLF- Unimog. Dieses Fahrzeug wurde später als Hilfsrüstwagen – HRW- umgerüstet. In diesem Zusammenhang hatte sich die Freiwillige Feuerwehr Etteln bereit erklärt eine Katastrophenschutztruppe aufzustellen. Zum Luftschutzhilfsdienst wurde man der  38.LS-HL  II. Zug zugeordnet. Bestückt war dieser Zug aus den Orten Atteln, Haaren, Meerhof und Etteln. Im Verlauf der Jahre wurden Übernachtungsübungen und verschiedene Großübungen mit dieser Einheit durchgeführt.

 

1972 Ein neues TSF löst das alte TSF/T ab

Das erste Fahrzeug  TSF/T  (VW Bulli), ausgerüstet mit einer TS 8/8 war sehr in die Jahre gekommen und wurden im Dezember 1972 ersetzt.

Als neues Fahrzeug wurde ein TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) angeschafft.
Fahrzeugmodell:   Ford Transit  (65 PS)
Motorisierung:        VW Boxermotor 30 PS.

Zu diesem Fahrzeug wurde auch eine neue Tragkraftspritze angeschafft, eine TS8/8.
Das Fahrzeug wurde in den weiteren Jahren noch mit Sprechfunk und einer Lautsprecheranlage aufgerüstet.

Am 1. Januar 1975 trat die kommunale Neuordnung in NRW in Kraft. Damit wurde Etteln ein Ortsteil der Gemeinde Borchen.
Mit diesem Tag wurde die Freiwillige Feuerwehr Etteln ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Borchen.

Der bisherige Wehrführer, Ferdinand Lüttig, legte vor Beginn der kommunalen Neugliederung sein Amt nieder.

Neuer Löschzugführer des Löschzugs Etteln wurde der bisherige Stellvertreter, Mechanikermeister Josef Beine.
Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr Borchen wurde Heinrich Weritz.
OBM Josef Beine, Löschzugführer des Löschzugs Etteln, wurde zu seinem Stellvertreter ernannt.

 

Löschzugführer Josef Beine erbaute mit seinen Kameraden 1977 eine Wasserorgel. Die Erstaufführung fand zum 50.jährigen Jubiläum der Feuerwehr Etteln 1977 statt.

Der Traum des Löschzugs war ein eigenes Tanklöschfahrzeug für Etteln. So kam es nach umfangreichen Vorverhandlungen zu einem sogenannten Ringtausch. Am 24. August 1979 wurde der Löschzug Kirchborchen mit einem neuen TLF 16 /25 ausgestattet.
Das Vorgängerfahrzeug von Kirchborchen, ein altes TLF 16 -25 Jahre alt- wurde beim Löschzug Etteln stationiert.
Das TSF/T (Tragkraftspritzenfahrzeug mit Truppbesatzung) (VW Bulli) -21 Jahre alt- wurde in Schloß Hamborn stationiert.
Alle Standorte wurden durch diese Maßnahme aufgerüstet und die Fahrzeuge fanden eine neue, sinnvolle Verwendung.

Im Februar 1988 wurde das Katastrophenschutzfahrzeug HRW (Hilfsrüstwagen) (Unimog) -19 Jahre alt- gegen einen neuen RW 1 (MAN) ersetzt.

In der Feuerwehr ist für alle Kameraden gesetzlich festgelegt, das der aktive Dienst mit erreichen des 60. Lebensjahres endet. Dies gilt auch für den Wehrführer der Gemeinde Borchen , Heinrich Weritz. 16 Jahre hat er die Gründung und  Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Borchen mit seinem Stellvertreter Josef Beine vorangebracht. Im März 1991 übergab Heinrich Weritz aus Altersgründen seine Aufgaben dem Nachfolger Ludwig Heggen. Der stellvertretende Wehrführer Josef Beine legte sein Amt auf eigenen Wunsch nieder. Josef Pasel, Löschzugführer von Kirchborchen, wurde sein Nachfolger.

 

1991 Das TLF 16 geht in den Ruhestand

Im Januar 1991 ging das alte TLF 16 (Baujahr 1954) nach nunmehr 37 Dienstjahren in den verdienten Ruhestand. Trotz dieses hohen Alters ist das Fahrzeug noch sehr beliebt und steht heute noch zu Schaueinsätzen zur Verfügung.
Das Fahrzeug wurde durch ein neues TLF 16/25 ( MAN Fahrgestell / Aufbau Schlingmann) ersetzt.

 

Seit 1975 lagen die Geschicke des Löschzuges Etteln in den Händen von Josef Beine.
Die Krönung seines Wirkens dürfte Wohl neben vielen weiteren Entwicklungen die Erbauung eines neuen Feuerwehrgerätehauses gewesen sein.
1993 wurden die Baumaßnahmen begonnen. 17 Jahre Anträge stellen, Gespräche führen und Geduld üben waren dieser Maßnahme vorausgegangen. Es entstand ein vorbildliches Gerätehaus der Zukunft. Die Einweihung fand im April 1994 statt.
Am 24.02.1996 fand dann Josef Beine seinen Nachfolger in Josef Thiele als Löschzugführer des Löschzugs Etteln.

2015 18 Jahre Löschzugführer

Josef Thiele führte 18 Jahre die Geschicke des Löschzuges Etteln. In seiner Zeit als Löschzugführer wurden viele Neuerungen angegangen. Die größte Herausforderung war die Beschaffung des neuen HLF20 im Jahr 2014. Hier ist es Josef zu verdanken das das Fahrzeug so wie es heute im Gerätehaus steht beschafft wurde. Viele Steine die in den Weg gelegt wurden, räumte Josef Thiele an die Seite.

Seit Februar 2015 übernimmt Tobias Knaup die Löschzugführung des Löschzuges Etteln.
In all den Jahren dieser langen Feuerwehrgeschichte haben die verantwortlichen Leiter der Feuerwehr Etteln es immer wieder geschafft, viele Feuerwehmänner mit guter Kameradschaft für diese Aufgabe zu begeistern.

Überzeugte Ettelner Bürger sorgen durch Ihren ständigen Einsatz freiwillig für einen guten Schutz bei den Aufgaben der Feuerwehr:
Retten – Löschen – Bergen – Schützen